Filmkritik: God Bless America

God Bless America – 2012(USA) 2013(EU) – Regie: Bobcat Goldthwait – Drehbuch: Bobcat Goldthwait – Schauspieler: Joel Murray, Tara Lynne Barr,  Melinda Page Hammilton – Laufzeit: 105 Minuten – Jugendfreigabe: 16 Jahren

Hast du es schon gehört? Justin Bieber soll zurück nach Kanada geschickt werden. Oder davon, dass Britney Spears sich erneut den Kopf rasiert hat. Oder, der Typ bei American Superstars, der überhaupt nicht singen kann. Oder, der Nachrichtensprecher, der gegen die Redefreiheit ist. Oder… oder… oder…. oder….

Die Welt redet über nichts anderes mehr als über Promis. Belustigt sich am Leid anderer Menschen und verdummt nur noch. Frank (Joel Murray), der Geschieden ist und an einem unheilbaren Gehirntumor leidet kann das ganze nicht mehr ertragen. Er entschließt sich alle “Stars” und “unwürdige” Menschen (Damit sind Schwulenhasser, Nazis, etc. gemeint) zu töten. Bei seinem ersten Mord, wo er eine nervige und verwöhnte Teenagerin tötet, trifft er auf eine jugendliche namens Roxy (Tara Lynne Barr). Sie reißt mit Ihm durch das Land und tötet die eben genannten Menschen.

Quelle: http://collider.com/wp-content/uploads/god-bless-america-movie-image-03-600x302.jpg

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God Bless America ist als Komödie aufgebaut, soll aber auch als Gesellschaftskritik wirken. Er zeigt die verschiedenen Aspekte auf, die in Amerika vor sich gehen. Das Fernsehen verdummt und nimmt den Menschen die Fähigkeit zum eigenständigen Denken. Konsumabhängig und leichtgläubig, was die Medien angeht. Bobcat Goldthwait möchte uns genau das vor Augen halten. Möchte, dass wir darüber nachdenken. Uns wieder in individuelle Menschen verwandeln. Nicht nur in Amerika geschieht dieser Prozess der Verdummung. Nein, auch in Deutschland geschieht es. Schaut euch nur Mal im Mittagsprogramm um. Nichts weiter als “Assi-TV”, wie es im Volksmund genannt wird.

Leider kann Bobcat diese Kritik nicht durch den ganzen Film durchziehen. Am Anfang wurde ein guter gesellschaftlicher Arschtritt vorbereitet, der sich auch bis zum ersten Mord hält, aber danach sich zu einem leichten Klapps auf den Hinterkopf entwickelt. Frank bleibt seinen Prinzipien nicht treu. Er tötet nicht nur die dummen Menschen. Im Laufe der Zeit häuft sich ein Berg aus Leichen an, der am Ende noch extremer wird. Leider wurde hier viel Potential verschenkt.

Vielleicht ist das eben genannte mit ein Grund gewesen, dass der Film ein kommerzieller Flop wurde. Nur 122.000$ spielte er in Amerika ein. Erst 2013 wurde der Film auch in Deutschland in die Kinos geschickt. Leider auch nur mit mäßigen Erfolg. Auch ich habe erst später vom Film erfahren, weil er bei meinem Streaming-Anbieter im Paket für kostenlose Filme dabei war.

Dabei hat der Film sehr viel zu bieten. Humor, egal ob schwarzer oder nicht, Action, eine zwar etwas trashige, aber dennoch interessante Geschichte und gute Schauspieler. Vor allem letztere sind sogar für den “Erfolg” des Films zu gut. Joel Murray schafft es der Satire ein Gesicht zu geben. Ein kleiner Sympathieträger mit dem man sogar mitfiebert und hofft, dass er es schafft. Tara Lynne Barr spielt den ausgeflippten Gegenpol zu Frank ganz passabel. Auf Grund Ihrer geringen Anzahl an Filmen in denen Sie mitgespielt hat sogar sehr gut. Die Verbindung zwischen den beiden Charakteren wirkt gut dargestellt. Das ist so, weil Frank seine wahre Tochter nie zu Gesicht bekommt und sie sich auch nicht für Ihn interessiert. In Roxy sieht er seine „Ersatztochter“ und reist mit Ihr durch das ganze Land. Bloß die Sicht von Roxy ist etwas anders. Sie sieht sich und Frank nicht als Vater und Tochter, sondern eher als Bonnie und Clyde, die sich romantisch durch das Land schießen.

Leider war God Bless America das bisher letzte Projekt von Bobcat Goldthwait, was wahrscheinlich auch am geringen Erfolg des Films liegt. Vielleicht sehen wir eines Tages wieder einen Film von Ihm. Würde mich zumindest sehr freuen.

Quelle: http://snackedup.files.wordpress.com/2012/07/god-bless-america-frank-roxy.png

Quelle: http://snackedup.files.wordpress.com/2012/07/god-bless-america-frank-roxy.png

 

Fazit

Ein guter Film für die, die auf Gesellschaftskritik stehen. Mit dem schwarzen Humor und der Action, die zwar nur einen geringen Teil ausmacht, aber gut in Szene gesetzt wird, kann der Film gänzlich überzeugen und sorgt mindestens für einen Unterhaltsamen Abend.

Was haltet Ihr von God Bless America? Seht Ihr es so wie ich, oder denkt Ihr euch “Man, was hat der für eine bescheuerte Meinung?”? Schreibt es einfach in die Kommentare. Ansonsten noch viel Spaß mit dem Trailer zu God Bless America.

Rezzi_Film_78

Trailer

Kuhra

Author: Kuhra

Ich bin einer der Gründer von Rezessition und bin hauptsächlich im redaktionellen Bereich unterwegs. Aber auch der Podcast und gewisse andere Bereiche fallen unter meine Aufsicht.

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